Karolin Buckl

mit Hand und Liebe selbstgemacht

Kinder im Wald | © Karolin Buckl

Naturkunstwerke schaffen

Für dieses Projekt lohnt es sich, sich von Arbeiten und Fotos von Naturkünstlern anregen zu lassen, um Eindrücke einzufangen, um zu sehen was möglich ist und um sich motivieren zu lassen. Von einigen LandArt-Künstlern inspiriert, macht man sich auf den Weg in die Natur und stellt selbst Überlegungen an, wie man die Sicht auf die verschiedensten Dinge ändern kann. Beeindruckende Werke und Fotos werden alleine oder in der Gruppe umgesetzt. Für Kinder muss es nicht gleich Faden und Draht sein, um ähnlich wie Cornelia Konrads Schneebälle aufzureihen. Kindern macht es eine große Freude in den Wald zu gehen, zu schnuppern, zu lauschen, zu spüren, zu sammeln und aus dem Gesammelten neue Figuren zu legen, stapeln oder formen.

Kinder im Wald | © Karolin Buckl

Kinder im Wald | © Karolin Buckl

Die Methode: Naturkunstwerke legen
Nicht nur Spaß sondern ganzheitliches Lernen

Das bereits beschriebene Projekt ist auf den Charakteristika der Erlebnispädagogik aufgebaut und für eine Unterrichtsstunde konzipiert. Natürlich kann man es auch auf andere Bereiche übertragen.

In dieser Unterrichtsmethode ist das aktive Erarbeiten und Erleben des eigenen Kunstwerkes wichtiger als das fertige Kunstwerk selbst. Während des erlebnispädagogischen Prozesses entwickeln die Schüler zudem Schlüsselkompetenzen, die in der heutigen Lebens- und Berufswelt immer häufiger gebraucht und gefordert werden. Hierunter zählen beispielsweise die Kreativität, die Eigeninitiative, die Problemlösefähigkeit, die Flexibilität, die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Planungskompetenz. LandArt-Werke kann man nicht an die Wand hängen, sie verbleiben am Ort ihrer Erschaffung und vergehen mit der Zeit wieder in der Natur. Die Schüler schaffen sich einen Bezug zur Natur und nehmen darin ästhetische Gestaltungsmöglichkeiten wahr. Durch den gruppendynamischen Aspekt des Gestaltens innerhalb der Klassengemeinschaft greift der soziale Aspekt des miteinander Veränderns. Beim selbstständigen Gestalten bekommen die Schüler zudem einen Einblick in die schöpferische Kraft der eigenen Person.

Folgende Fragestellungen sind in dieser Unterrichtseinheit zentral: ist es möglich, die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu fördern, indem diese sich intensiv mit dem Thema LandArt auseinandersetzen und eigene Landschaftskunstwerke gestalten? Gelingt ein Projekt, welches weitgehend selbstständig von den Schülern geplant und durchgeführt wird?

Kinder folgen beim Formen und Bauen ihrer Intuition, was ein wesentlicher Grund für ihre „natürliche Begabung“ ist. Die Struktur oder der Aufbau ihres Kunstwerkes ist nicht bis zum Ende durchdacht. Es liegt in ihrer Natur, den Schaffungsprozess und die Ideen einfach entstehen zu lassen und sie zu verändern, sobald sich neue Möglichkeiten ergeben. Die Schüler erfahren in diesem Projekt große gestalterische Freiheit. Sie werden in Zwischenreflexionen auf die anderen Ideen und Methoden der einzelnen Gruppen aufmerksam gemacht. Dazu brauchen sie den nötigen zeitlichen und spielerischen Raum, um ihre Erfahrungen machen zu dürfen.