Karolin Buckl

mit Hand und Liebe selbstgemacht

Die Künstlerin Yayoi Kusama

Ich möchte euch eine Künstlerin vorstellen, welche ich für die Planung einer Unterrichtsstunde für die erste Klasse entdeckt habe. Ausschnitte aus The Obliteration Room waren mir bereits bekannt, aber nicht mehr bewusst. Unter Projekte findet ihr demnächst Unterrichtsideen mit ihr.

Yayoi Kusamas Welt besteht aus Punkten. Denn die 84-jährige japanische Künstlerin leidet seit ihrer Kindheit an Haluzinationen mit selbigen und malt seitdem Bilder mit Punkten. Selbst die Wände in ihrem Atelier sind über und über mit Punkt-Kunstwerken verkleidet. Das erfordert ein hohes Maß an Konzentration. Schränkt aber auch ein. Als sie Anfang der 70er von den USA nach Japan zurückkehrt, checkt sie freiwillig in das Seiwa-Krankenhaus für psychisch Kranke ein. Seitdem lebt sie dort, arbeitet unermüdlich und zählt zu den bekanntesten Künstlern ihres Landes. Ihre Werke erzielen bei Auktionen mitunter die höchsten Preise einer lebenden Künstlerin.

Danach sah es anfangs jedoch gar nicht aus. Zwar hatte sie in Japan schon einige Einzelausstellungen gehabt, doch von der japanischen Kunstwelt wurde sie weitgehend abgelehnt. 1955 lud sie die 18th Biennial at the Brooklyn Museum nach New York ein und ermöglichte ihr den Start in eine neue Welt. Für die Aufmerksamkeit auf dem New Yorker Kunstmark musste sie hart kämpfen. Da sie keinerlei finanzielle Unterstützung erfahren konnte, war sie auf den Verkauf ihrer Kunstwerke angewiesen. Sie klapperte die einzelnen Galerien ab, wurde dadurch zwar bekannt, aber der große Erfolg blieb aus. Ein Kunstwerk von ihr kostete damals nur um die 350 $.

Den Zutritt in die Kunstszene verhalf ihr 1957 die berühmte Georgia O’Keefe, welche Kusama in einem Brief um Hilfe bat. Es dauerte nicht lange und sie wurde zu einer der wichtigsten Figuren der New Yorker Avantgarde und sollte einen großen Einfluss auf befreundete Künstler wie Andy Warhol und Claes Oldenburg haben.

Ihre Werke werden den Kategorien Avantgarde, Pop Art, Minimalismus als auch feministischer Kunst zugeordnet. Sie umfassen Malerei, Kollagen, Skulpturen, Perfomance-Kunst, sowie Landschaftsinstallationen. Bekannt wurde sie für ihre Polka Dots die sie auf Leinwände, Objekte und sogar nackte Menschen malte, aber auch für Happenings, mit denen sie gegen den Vietnam-Krieg protestierte.

Für Kinder besonders ansprechend, als auch für den Kunstunterricht anregend, finde ich folgende Fotos:

1967 ließ sie sich mit einem gepunkteten Pferd in Woodstock, New York ablichten:
Horse Play
http://blogs.krqe.com/files/2012/08/dots.jpg

2000 verwandelte sie die Ausstellungsräume in eine fluoreszierende Punktewelt:
I’m here, but nothing
http://www.theguardian.com/artanddesign/gallery/2012/feb/07/yayoi-kusama-tate-modern-in-pictures#/?picture=385626640&index=8

2012 wird ein weißer Raum pointillistisch bunt:
The Obliteration Room
Mit Kindern in der Gallery of Modern Art in Brisbane: http://www.theguardian.com/artanddesign/gallery/2012/feb/01/obliteration-room-yayoi-kusama-in-pictures
Mit Besuchern im Tate Museum in London: http://www.youtube.com/watch?v=-xNzr-fJHQw