Karolin Buckl

mit Hand und Liebe selbstgemacht

Der Glaskünstler Dale Chihuly

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Dale Chihuly ist ein zeitgenössischer Künstler und wurde im Jahre 1941 in Tacoma, Washington geboren. Knapp 20 Jahre später, fing er an mit Glas zu arbeiten. Dank eines Austauschprogramms kam er während des Studiums nach Italien zum berühmten Glasproduktionshaus „Venini“. Den Prozess des freien Glasblasens hat er zufällig entdeckt und war so fasziniert davon, dass er alles über Glas zu lernen begann. Er ist überzeugt davon, als Glaskünstler nur im Team erfolgreich sein zu können und arbeitet mit bis zu 18 Kollegen an überdimensionalen Installationen.

Die Serie Macchia

Macchia ist ein Begriff, der seine Wurzeln im Italienischen hat und „Fleck“ oder „Gebüsch“ bedeutet. Die Macchia ist eine sekundär entstandene, anthropogene, immergrüne Gebüschformation der mediterranen Hartlaubvegetationszone. In Sardinien wird eine einzigartige Kulturlandschaft die „Sardische Macchia“ genannt. Jedes Jahr im Herbst beginnt die zweite Macchia-Blüte. Während in Nordeuropa die Blätter von den Bäumen fallen, erwachen die Buschlandschaften Südeuropas aus ihrer Sommerpause – so auch die Macchialandschaften Sardiniens. Die oft undurchdringlichen Strauch-Vegetationen aus Myrte, Erdbeersträuchern, Zistrosen, Mastixsträuchern, Oleander, Thymian, Rosmarin, Ginster und Schwarzdorn blühen nicht nur im Frühling, sondern auch im Herbst. Tausende Büsche in den unterschiedlichsten Farben und Formen gedeihen in den Küsten- und Bergregionen Sardiniens.

Es ist an sich noch nichts Beachtliches für einen Glasbläser aus erhitztem Sand Glas herzustellen. Wenn diese Verwandlung aber in ein solches Formenspektrum und in einem Farbenreichtum, in ein derart komplexes Spiel von Opazität und Transparenz mündet, ist man tatsächlich versucht, von einem Wunder zu sprechen. Dies ist bei Dale Chihuly, der mit seinen Installationen aus Glas eine eigene Welt schafft, der Fall. Sein Werk ist seit jeher von der Auseinandersetzung mit der Natur geprägt.
Schon früh in seiner Karriere hat Chihuly seine einzelnen Glasobjekte nicht auf einem Sockel und unter einer Glashaube präsentiert, sondern sie zu raum- und ortsbezogenen Installationen zusammengefügt. Chihuly stellt die organischen, leuchtenden Glaskonstellationen in klaren architektonischen Räumen aus und verstärkt somit ihren Kontrast. Eine präzise Ausleuchtung unterstützt die Eigenschaften, die nur dem Glas eigen sind. Glas besitzt einen Körper wie eine Transparenz und reflektiert dabei nicht nur das Licht sondern lässt es auch durchscheinen.

„Hunderte einzelner Glasobjekte sind in Clusters zu einer Gesamtkomposition zusammengefügt, die – musikalisch gesprochen – einen mehrstimmigen, harmonischen Klangkörper bildet“.

Jedes einzelne Element besitzt trotz großer Perfektion und Typisierung seine Individualität und fügt sich zu einem Ganzen zusammen. Seine Installationen präsentieren sich in verschwenderischem Überfluss, in einer regelrechten Überdosis von Pracht, die sich in absoluter Schönheit präsentieren. Menschen durch die Begegnung mit Schönheit zu berühren ist die Absicht von Chihuly. Er spielt mit der Doppelwertigkeit des Glases – es ist hart und zugleich fragil. Die Gefahr durch jede Berührung oder Erschütterung zu zerbrechen ist stets vorhanden. Die Kuratorin Barbara Rose sagt über ihn:

„Mein Dale Chihuly ist ein verschmitzter, gerissener, inspirierter Schamane – ein Magier, ein moderner Merlin, der die psychedelische Erfahrung eines magischen, leuchtenden und spritzigen brillant lebendigen Panoramas ohne Drogen hervorruft. Diese verzauberte Glaswelt hat ebenso sehr mit Alice im Wunderland und dem Zauberer von Oz zu tun, wie mit den grossen Renaissance- und Barockfestspielen, mit denen die Herrscher ihren Hof und ihre Untertanen zu unterhalten pflegten.“

Quellen:
http://www.chihuly.com/biography.aspx
Alden, Cf. Todd (2005): When Is a Door a Jar? Dale Chihuly’s Uncanny Materiality. In: Dale Chihuly (2005): Chihuly at the Royal Botanic Gardens, Seattle.
Chihuly, Dale (2008): Chihuly: 356 Days (365 Series),New York.
Fischer, Peter (2005): Schönheit hoch dosiert. Dale Chihulys Mille Fiori-Installation. In: Kind of magic: die Kunst des Verwandelns, Luzern. In: http://www.chihuly.com/sch%C3%B6nheit-hoch-dosiert-_detail.aspx
Rose, Barbara (2000): Dale Chihuly’s Paradise Regained. In: Chihuly Dale (2000): Chihuly Projects, New York.

Ein Kommentar

  1. i also love chihuly!! there was an ehixbit of his art down here in florida a couple years back that i went to and i absolutely fell in love with his creative glass blowing. i loved the big wall o crazy canvases!! made me want to go home and paint anything and everything. thanks for sharing those photos!

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